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Dr. P. Gügi Consulting
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Spotlight: Performance Fees


Performance Fees sind ein Instrument, das die Interessen von Anleger und Manager verbinden kann. In Europa gibt es Bestrebungen solche Fees bei Anlagefonds zu verbieten. Werden die Kunden in der Praxis übervorteilt?

Bei symmetrischen Performance Fees (auch Fulcrum Fees genannt) wird der Manager für Outperformance belohnt und für Underperformance bestraft. Bei asymmetrischen Performance Fees fehlt bei ungenügender Performance die Anpassung nach unten. In Amerika ist die asymmetrische Ausgestaltung seit 1971 verboten. In UK sind Performance Fees bei Anlagefonds erst seit 2004 erlaubt. In Europa sind Performance Fees erlaubt, aber symmetrische Fees sind die Ausnahme. Die Diskussion wurde gegen Ende 2017 zusätzlich durch die Reduktion der Management Fee und Einführung einer symmetrischen Perfomance Fee bei den aktiven Fonds von Fidelity International angeheizt (siehe Grafik):
























In Europa wie auch in UK gibt es aktuell Bestrebungen, Performance Fees zu verbieten bzw. stärker zu regulieren. Leider gibt es nur wenige empirische Untersuchungen zu der Problematik, da hierzu für jeden Fonds die genaue Ausgestaltung und die Anpassungen über die Zeit notwendig wären (bspw. Benchmark, Hurdle Rate, High Water Mark usw.).

Europa nur 12% der Fonds mit Cap, einfach zu schlagende Benchmarks, 0.6% p.a. tiefere Rendite als Fonds ohne Performance Fee
Über einen solchen Datensatz verfügen Servaes/Sigurdsson (2019) für in Europa zugelassene Aktienfonds von 2001 - 2011. Über diesen Zeitraum hatten 7% der Fonds eine Performance Fee. Von diesen hatten nur 12% einen Cap und 44% eine High Watermark. Im Gegensatz zu Elton/Gruber/Blake (2003) wurde keine Evidenz gefunden, dass die Manager in Europa nach einer schlechten Performance das Risiko erhöhten und es nach einer guten reduzierten. Dafür war die Nettoperformance der Fonds mit Performance Fee klar schlechter als diejenige ihrer Pendants ohne Performance Fee, nämlich um über 0.6% pro Jahr (siehe Tabelle 3 mit monatlichen Renditen). Die Autoren zeigen, dass die Management Fee von Fonds mit Performance Fee nicht tiefer als bei ihren Pendants ohne Performance Fee liegt, aber bei ersteren vor allem einfach zu schlagende Benchmarks gewählt wurden. Das heisst, der Kunde bezahlt Performance Fee für Beta, anstatt nur für Alpha.